© Hinrich Brüning 2003/2004
Notiz: Ich stelle den allgemeinen Teil schon vorweg zur Verfügung. Das eigentliche Abenteuer gebe ich erst 'raus, wenn ich es in unserer Spielrunde gespielt habe. Jeder Meister/Autor mag sich aber frei fühlen, eigene Abenteuer in einem Teil des unterirdischen Höhlensystems auszugestalten: es ist Platz genug dafür. (Ich würde mich freuen, davon zu lesen!)
Die folgenden Seiten beschreiben ein Abenteuer in den Naturhöhlen unter der Zwergenbinge im hinteren Wolfental, das auch für hochstufige Helden noch eine Herausforderung darstellen dürfte. Ganz klar muß sein: dies ist nichts für Leute mit hoher Raumangst!
Hintergrundinformationen über das Wolfental, die Zwergenbinge und die Zwerge sind an anderer Stelle auf dieser Website bereits beschrieben und werden hier nicht noch einmal wiederholt. Den 'Aufhänger' für das Abenteuer oder eine darauf aufbauende Kampagne bietet die Führung durch die Zwergenbinge, in der die Helden durch den den Zwergen bekannten Teil der Naturhöhlen geführt werden und einen ersten unheimlichen Fund zu sehen bekommen.
In Kürze die wichtigsten Verweise:
Dörferführer Wolfental
Meisterfiguren
Führung durch die Zwergenbinge
Die folgenden Beschreibungen sind auch ohne besondere Markierung als Meisterinformationen gedacht.
In einer Höhle ist es üblicherweise dunkel (ach nee), wenn man nicht gerade auf Elmsfeuer, Gwen Petryl oder Phosphorpilze stößt. Daher müssen die Helden Licht dabei haben: Öllampen, Fackeln, einen Zauberstab mit dem zweiten Stabzauber, einen Gwen Petryl-Stein oder magisches Licht. Ein "Flim Flam Funkel" ist zu teuer, wenn man mehrere Tage damit auskommen muß.
Das bringt andere Einschränkungen mit sich: die Brenndauer von Fackeln ist begrenzt, und auch das Öl für Öllampen muß man mit sich tragen - und man sollte nicht zu viel Gepäck mitschleppen, denn unter der Erde kann klettern nötig werden (siehe auch "Bewegung").
Wenn ein Magier den Stab verwendet, dann fehlt ihm dieser für andere Stabzauber - braucht er ein Seil, ist die Flamme aus!
Fackeln und Öllampen wollen getragen werden: damit hat man eine Hand weniger frei. Das ist zu berücksichtigen, wenn die Helden gleichzeitig noch den stets schußbereiten Bogen nutzen wollen. Eine zwergische Helmlampe ist da praktischer, brennt aber auch nicht ewig.
Carlog oder Pestsporenpilzsalbe ebenso wie der satuarische "Katzenaugen" können nur dort helfen, wo verstärkbares Restlicht vorhanden ist.
Zu beachten ist: Augen können sich erstaunlich weit an Dunkelheit gewöhnen, doch eine helle Lichtquelle in der Nähe (z.B. eine Fackel) macht dies weitgehend zunichte.
Eine Naturhöhle ist kein Spazierweg. Selten ist der Untergrund so eben, daß man richtig stehen kann, es mag sein, daß man längs einem V-förmigen Spalt folgen muß. Oft sind Felsstufen zu überwinden. Man sollte davon ausgehen, daß die Helden in der Regel mindestens eine freie Hand zum Abstützen und Klettern brauchen. Dazu kommen eine Reihe höhlentypischer Hindernisse.
Schmaler Spalt: Man muß sich seitwärts hindurchzwängen. Es kann so eng sein, daß man Rüstung und Gepäck ablegen muß. Wenn der Spalt waagrecht verläuft, muß man bäuchlings oder rücklings hindurchrobben.
Klippe: Die Höhle verläuft quasi senkrecht, und man muß fünf bis fünfzig Schritt hinauf- oder hinunterklettern. Ein Seil kann den schwächeren Kletterern helfen und das Gepäck transportieren, aber da man das Seil mitnehmen will, muß mindestens einer der Helden den Weg ohne Hilfe überwinden.
Kamin (oder Schlot): Die verschärfte Variante ist dazu auch noch eng. Dafür kann man sich unter Umständen auch einmal zwischen zwei Wänden abstützen.
See: Einen unterirdischen See muß man durchwaten oder durchschwimmen.
Siphon: Das ist das Gemeinste überhaupt. Ein See, und die Höhlendecke senkt sich bis zum Wasserspiegel herab. Man muß hindurchtauchen und hoffen, daß es ein anderes Ende gibt, wo man wieder auftauchen kann. Wenn der Grund sandbedeckt ist, wird das Wasser sehr schnell undurchdringlich trüb.
Kombinationen sind möglich. Ein Kamin kann extrem eng sein, womöglich mit 45 Grad Neigung verlaufen oder noch eine Kurve enthalten, so daß man das Ende nicht sehen kann. Es kann nötig sein, durch einen engen Spalt in einem Siphon hindurchzutauchen.
Sackgassen: Nicht alle Teile der Höhle sind passierbar. Es kann sein, daß man durch einen zu engen Spalt eine riesige Grotte sieht, aber einen meilenweiten Umweg auf die andere Seite suchen muß. Und es kann passieren, daß man sich meterweit durch einen Spalt gezwängt hat und dann feststellen muß, daß es nicht weitergeht, so daß man zurückrobben muß. Letzteres kann schwierig bis unmöglich werden - und dann ist eine um 12 erleichterte Raumangst-Probe fällig! Gut, wenn ein Kamerad einen mit einem Seil um die Beine zurückziehen kann.
Abkürzungen: Für unerschrockene Anwender eines deborbaradianisierten "Hartes Schmelze" oder des "Desintegratus" ebenso wie des "Durch Fels und Erz" stellen sich manche Hindernisse als durchaus überwindlich dar. Anwender des "Penetrizzel" seien daran erinnert, daß eine andere Seite meist dunkel ist.
Weitere Begriffe (die Übergänge sind fließend!):
Gang bezeichnet ein längliches Stück Höhle, in dem man sich hauptsächlich seitwärts und gehend bewegen kann. Seitenwände und Decke sind in Sicht- und Leuchtweite.
Kammer bezeichnet eine überschaubare Ausweitung, d.h. das Licht einer Fackel beleuchtet die Wände in alle Richtungen.
Kaverne bezeichnet einen größeren Hohlraum, typischerweise reicht eine Fackel nicht aus, das ferne Ende auszuleuchten.
Halle bezeichnet eine längliche Kaverne mit einigermaßen ebenem Boden.
Dom bezeichnet eine grob halbkugelförmige Kaverne, auch mit einigermaßen ebenem Boden.
Wenn man nicht gerade in einem Engpaß steckt, dann mag es fast immer ein Plätzchen zum Hinsetzen und Rasten geben. Ein hinreichend bequemes Nachtlager (d.h. eines, das nächtliche Regeneration erlaubt) ist dagegen nicht selbstverständlich. Es kann sein, daß man dafür drei oder vier Stunden weit gehen muß.
Im Erdinnern sollte man nicht auf das Jagen oder Pflanzensammeln hoffen. Was man zum Leben braucht, muß man mitbringen. Nur auf Wasser trifft man ab und zu. Vorsicht! Leicht ist der Sand am Grund aufgewirbelt, so daß das Wasser ungenießbar wird. Es dauert Tage oder Wochen, bis der Sand sich wieder abgesetzt hat, Jahre, bis das Wasser so klar ist wie zuvor. Und wenn man nicht aufpaßt, wo man sein Wasser abschlägt, kann man sich die Trinkwassergrundlagen für Jahrzehnte versauen.
So viel ist klar: Die Zwerge sind unter diesen Bergen nicht allein, und gut beraten, die unterirdischen Zugänge ihrer Binge (einer durch 'Dom' und 'Sakristei', einer unterhalb der Ebene fünf) gut zu bewachen. Ihr Angrosch-Priester hat nach Sichtung der Leiche in der 'Sakristei' (siehe Führung durch die Zwergenbinge) schon eine Ahnung, daß in den Tiefen eine große Gefahr für alle Bewohner des Wolfentals schlummern könnte. Doch besteht noch die Hoffnung, daß diese unterirdische Bedrohung - welcher Natur sie auch sei - von selbst nicht den Weg in die Bingen findet.
Jenseits der 'Sakristei' führt ein natürlicher Tunnel weiter in die Tiefen. Dieser ist zunächst einigermaßen leicht begehbar, erfordert jedoch bald erste größere Kletterpartien (vgl. Bewegung). An dieser Stelle haben die Zwerge bisher ihre Forschungen abgebrochen.
Etwa vier Stunden jenseits der 'Sakristei' wird aber das Höhlensystem erst interessant, denn dort mündet der einsame, kaum verzweigte Tunnel in ein vielfach verflochtenes, ausgedehntes System aus Gängen, Spalten, Kammern, Kavernen, Domen, Gräben, Schloten und Hallen.
Zurückgehalten
Der Einstieg ist klar: nach der Führung durch die Zwergenbinge wollen die Helden die Todesursache des armen Zwerges klären. Eine magische Untersuchung könnte ihnen weiteren Aufschluß über die zu erwartende Bedrohung geben. Dann muß das Höhlensystem jenseits der 'Sakristei' untersucht werden, ob es dort nicht eine Bedrohung für die Zwerge oder gar das ganze Tal gibt.
Selbstverständlich gibt es jede vernünftige Unterstützung durch den Lehnsherrn ebenso wie durch die Zwerge. Soweit hier verfügbar, werden die Helden mit Ausrüstung nach Wunsch ausgestattet (nein, magische Gegenstände sind ebenso wenig verfügbar wie Elixiere, und auch nur wenige Kräuter). In jedem Fall bekommen sie Lampen und Fackeln nach Wunsch, stabile Lederrucksäcke, Seile, Kletterhaken, Pickel oder Hacken, haltbaren Proviant und robuste Wasserschläuche.
Der Abstieg erfolgt analog zur Führung, und bis zur 'Sakristei' kommen einige Zwerge mit. Von dort an sind die Helden auf sich allein gestellt, und die Expedition beginnt.
Die ersten Schritte dienen dazu, die Helden an das mühselige Gehen im Dunkel zu gewöhnen (siehe auch die Hinweise), ihnen das ständige Waffen-bereithalten-wollen abzugewöhnen und ihnen nahezulegen, wie wichtig Licht ist (Suche mal in völliger Finsternis die Zunderdose!).
Dann kommen die ersten Kletterpartien, die noch etwas deutlicher machen, wie unwegsam es unter der Erde wirklich sein kann. Und schließlich erreichen die Helden den Beginn des verzweigten Höhlensystems, der ihnen klarmachen soll, wie schwer es ist, sich zurechtzufinden.
Erst dann beginnt das eigentliche Abenteuer...: kennenlernen der Flora und Fauna, der besonderen Hindernisse, Hinweise auf den rätselhaften Gegner... und ein paar Überraschungen!
Zurückgehalten
Ein Querschnitt der Binge wurde bereits bei der Führung präsentiert. Die folgende Karte zeigt - diesmal als Draufsicht - den Anschluß:
Die mit ? markierten Bereiche werde ich hier nicht weiter ausarbeiten. Sie sind besonders schwierig zugänglich, aber dafür für weitere Abenteuerideen frei. Der für dieses Szenario interessante Bereich liegt rechts unten...
Zurückgehalten
Bereits erwähnt wurde der Phosphorpilz, der in Tropfsteinhöhlen aufgrund der Feuchtigkeit gute Lebensbedingungen vorfindet. Auch andere Pilze können vereinzelt angetroffen werden. Chlorophyll-basierte Pflanzen können fern von Praios' Glanz dagegen nicht existieren.
Bekannte Lebensformen unter der Erde sind natürlich Wühlschrate, Gruftasseln und gefährliche Höhlenspinnen. Weniger bekannt, aber ebenso üblich sind Grottenolme, harmlose Grottenspinnen und Steinläuse (petrophaga lorioti). Hinzu kommen Mindergeister, vor allem Erzelementare.
In oberflächennahen Höhlen zu erwarten, hier jedoch kaum anzutreffen sind Fledermäuse oder Nagetiere.
Doch in diesem Höhlensystem leben noch ein paar spezielle Kreaturen... Zurückgehalten
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